Wie auf Wolken?:  (© e-dvertising)

25 Jahre Daten-Handling zwischen JAZ-Drives und Cloud

Die mühevolle und schmerzvolle Geschichte der Speicherung und Weitergabe von digitaler Information ist der lebende Beweis dafür, dass früher nicht immer alles besser war.

Die Älteren werden sich vielleicht noch erinnern: Es gab Zeiten, da wurden digitale Zeichenfolgen noch ganz „traditionell“ gespeichert. Was heißt gespeichert - geklöppelt![1] Auf Festplatten, Disketten jeder Art und obskuren Magnetbändern, oder damals riesigen mobilen Speichern wie ZIP oder JAZ (bis zu 2 GB!)[2]. Oder raufgebrutzelt auf Compact Discs und DVDs. Quälend langsam und immer für einen fatalen Fehler gut.

Wollte man eine Datei irgendwohin verschicken, blieb nur der Postweg. Bei sensiblen Druckdaten war sowieso Handarbeit vor Ort notwendig. Mit dem Aufkommen von ISDN - wird es diesmal funktionieren, oder bricht es wieder bei 99% ab? - und den ersten primitiven Internet-Modems („Kling-Klong-Kläng“) war zumindest die theoretische Basis für Fernübermittlung gelegt.



Aber das Versenden von größere Datenmengen blieb bis in die 00er Jahre ein frommer Wunsch.

Das Kontrastprogramm dazu liest sich wie der feuchte Traum jedes Designers der 90er Jahre: Die Cloud, erst durch die Segnungen von Breitbandinternet und die unglaublichen Ressourcen der diversen Anbieter ermöglicht, bietet für Designer so viele Vorteile, dass die Nachteile, obwohl zahlreich, dagegen in den Hintergrund treten. Die Flexibilität, eine Satzdatei von mehreren Orten weg im Kollektiv bearbeiten zu können und die erzeugten Druckdateien dann gleich von Ort und Stelle an Dienstleister weitergeben zu können, ist genau die Art von Science Fiction, von der wir in den 90ern nicht mal zu träumen gewagt haben.

Der springende Punkt dabei: Die gefühlten Tage, Wochen und Monate, die man einstmals dafür benötigte, um Daten zu „brennen“ und dann quer durch Österreich oder gar ins Nachbarländer zu kutschieren kann man gut und gerne auch heute in Cloudzeiten verplempern, wenn man die grundlegenden Regeln des Datenhandlings nicht beachtet. Zum Beispiel: Immer einen Überblick darüber zu haben, bei welchem Anbieter man im Moment welche Dateien gespeichert hat. Die Vielfalt macht es nämlich möglich, dass der Parallelbetrieb von (viel) zu vielen Anbietern, die alle ihre Stärken auf einem gewissen Gebiet haben, ein bisschen an der Effizienz des eigentlichen Konzepts knabbert.

Cloud Storage Illustration:  (© WOOBRO LTD on https://iconscout.com/contributors/woobrodesign)

Kurz: Nie mehr zurück! Aber hoffentlich in Zukunft ein bisschen übersichtlicher und einfacher.

„Die besten Cloud Speicher 2021 im Vergleich“ hat techradar Anfang November zusammengestellt.[3]
Spoiler, die Top3 lauten dort
  1. OneDrive
  2. Tresorit
  3. Dropbox

Neben dort angeführten sieben in der Top-Auswahl bieten Softwareriesen wie Adobe oder auch Google mit eigenen Daten-Wolken die oben skizzierten und zum Teil integrierten Lösungen an. Gerade als ➽  Agentur kann man sich kaum gegen den Wildwuchs vieler verschiedener Systeme wehren:

Frei nach Reinhard Mey „In den Wolken - Muss die Freiheit wohl grenzenlos sein...“ oder doch eher dem Monk-Titel-Song folgend „It's A Jungle Out There“?




[1] ➽  Klöppeln

[2] ➽  Iomega Jaz, wikipedia

[3] ➽  Die besten Cloud Speicher im Vergleich, techradar

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