Wie auf Wolken

25 Jahre Daten-Handling zwischen JAZ-Drives und Cloud
Die mühevolle und schmerzvolle Geschichte der Speicherung und Weitergabe von digitaler Information ist der lebende Beweis dafür, dass früher nicht immer alles besser war.
Die Älteren werden sich vielleicht noch erinnern: Es gab Zeiten, da wurden digitale Zeichenfolgen noch ganz „traditionell“ gespeichert. Was heißt gespeichert – geklöppelt!1Klöppeln, wikipedia Auf Festplatten, Disketten jeder Art, obskuren Magnetbändern und damals riesigen mobilen Speichern wie ZIP oder JAZ (bis zu 2 GB!).2Iomega Jaz, wikipedia Oder raufgebrutzelt auf Compact Discs und DVDs. Quälend langsam und immer für einen fatalen Fehler gut.
Wollte man eine Datei irgendwohin verschicken blieb nur der Postweg. Bei sensiblen Druckdaten war sowieso Handarbeit vor Ort notwendig. Mit dem Aufkommen von ISDN – wird es diesmal funktionieren, oder bricht es wieder bei 99% ab? – und den ersten primitiven Internet-Modems („Kling-Klong-Kläng“) war zumindest die theoretische Basis für Fernübermittlung gelegt.
Aber das Versenden von größeren Datenmengen blieb bis in die 00er Jahre ein frommer Wunsch.
Die Cloud
Das Kontrastprogramm dazu liest sich wie der feuchte Traum jedes Designers der 90er Jahre: Die Cloud – erst durch die Segnungen von Breitbandinternet und die unglaublichen Ressourcen der diversen Anbieter ermöglicht – bietet so viele Vorteile, dass die Nachteile, obwohl zahlreich, dagegen in den Hintergrund treten. Die Flexibilität, eine Satzdatei von mehreren Orten weg im Kollektiv bearbeiten zu können und die erzeugten Druckdateien dann gleich an Ort und Stelle an Dienstleister weitergeben zu können, ist genau die Art von Science Fiction, von der wir in den 90ern nicht mal zu träumen gewagt haben.
Der springende Punkt dabei: Die gefühlten Tage, Wochen und Monate, die man einstmals dafür benötigte, um Daten zu „brennen“ und dann quer durch Österreich oder gar in Nachbarländer zu kutschieren kann man gut und gerne auch heute in Cloudzeiten verplempern, wenn man die grundlegenden Regeln des Datenhandlings nicht beachtet.
Zum Beispiel: Immer einen Überblick darüber zu haben, bei welchem Anbieter man im Moment welche Dateien gespeichert hat. Die Vielfalt macht es nämlich möglich, dass der Parallelbetrieb von (viel) zu vielen Anbietern, die alle ihre Stärken auf einem gewissen Gebiet haben, ein bisschen an der Effizienz des eigentlichen Konzepts knabbert.
Kurz: Nie mehr zurück! Aber hoffentlich in Zukunft ein bisschen übersichtlicher und einfacher.
„Die besten Cloud-Speicher im Vergleich“ hat beispielsweise techradar zusammengestellt.3Die besten Cloud Speicher im Vergleich, techradar Spoiler, die Top 3 lauten dort:
- OneDrive
- Tresorit
- Internxt
Neben der angeführte Top-Auswahl bieten Software-Riesen wie Adobe und Google mit eigenen Daten-Wolken die oben skizzierten und zum Teil integrierten Lösungen an. Gerade als Agentur kann man sich kaum gegen den Wildwuchs vieler verschiedener Systeme wehren:
Frei nach Reinhard Mey „In den Wolken – Muss die Freiheit wohl grenzenlos sein…“, oder doch eher dem Monk-Titel-Song folgend, „It’s A Jungle Out There“?
Bei Bedarf bieten wir unseren Kundinnen und Kunden inzwischen eine eigene Cloud für einen friktionsfreien (Daten-)Austausch an.
Fußnoten
- 1Klöppeln, wikipedia
- 2Iomega Jaz, wikipedia
- 3Die besten Cloud Speicher im Vergleich, techradar